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Forschung für mehr Tierwohl

Tiere schützen heisst Tiere kennen. Diese einfache und plausible Formel besagt nichts anderes, als dass wir zuerst dem Normalverhalten und den natürlichen Bedürfnissen der Tiere auf die Spur kommen müssen, wenn wir Wohlbefinden und Tiergerechtheit garantieren wollen. Es geht also darum, Tiere und ihre natürlichen Lebensweisen und Eigenschaften möglichst ganzheitlich zu erkunden und zu erforschen. Dabei steht die Beobachtung im Vordergrund, weil Tiere sich wie wir mit Hilfe eines vielschichtigen Verhaltensrepertoirs mit sich und ihrer Umwelt auseinandersetzen. Die Verhaltensforschung hilft uns also zu verstehen, wie Tiere ihre Bedürfnisse decken. Bedürfnisse nach Sozialkontakt, Ruhe, Bewegung, Kommunikation respektive jene im Dienste des Stoffwechsels, der Thermoregulation oder zur Vermeidung von Krankheiten. Mit wissenschaftlichen Methoden, gepaart mit Einfühlunsgvermögen und Intuition gelangen wir stetig zu dieser eingangs erwähnten Tierkenntnis. Folgerichtig setzt auch der Gesetzgeber in einem Grundsatzartikel auf dieses Wissen, wenn er die Bestimmungen zum Schutz der Tiere erlässt. Tiere sind nämlich so zu halten und mit ihnen ist so umzugehen, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört werden und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird. Kompanima setzt sich zusammen mit der Haldimann-Stiftung dafür ein, dass auch in der Schweiz zum Wohl der Tiere geforscht wird und unterstützt entsprechende Projekte an den Hochschulen sowie anderen Forschungsstätten. Auch mit dem Ziel, dass solche Erkenntnisse via Aus- und Weiterbildung baldmöglichst den Tieren zugute kommen.


Stiftung fördert Tierschutzprojekte

Nebst der substanziellen Unterstützung des Tierschutz-Kompetenzzentrums Schweiz fördert die Haldimann-Stiftung seit mehr als einem Jahrzehnt auch andere Tierschutzprojekte in der Schweiz. Es sind meist befristete Forschungsprojekte, deren Erkenntnisse in der Praxis zu mehr Tierverständnis und Tierwohl führen sollen und die auch als Argumentatorium bei Gesetzgebunsgprozessen oder im Tierschutzvollzug nützlich sind. Dabei wird in verschiedenen Bereichen geforscht, etwa zur Verbesserung der Nutztierhaltung oder zur Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch. Aber auch unser oftmals zu wenig hinterfragter Umgang mit Sportpferden oder anderen Tieren im Wettbewerb kann durch die Ergebnisse der Tierschutzforschung verbessert werden. Neue Forschungsergebnisse vergrössern schliesslich auch die Substanz des Angebots von Kompanima, indem diese in den verschiedenen Kursen und Veranstaltungen laufend eingebaut werden.


Bund forscht mit

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) unterstützt ebenfalls Projekte, welche methodische Grundlagen zur Förderung der Kenntnisse der Tierbedürfnisse und des Verständnisses für die Tiere in der Bevölkerung bereitstellen sollen. Die Wichtigkeit, welche der Tierschutzforschung beigemessen wird, zeigt sich auch durch die Gründung des Veterinary Public Health Institut (VHPI) der Universität Bern. Im Forschungsbericht 2011 und in der Auflistung der Forschungsschwerpunkte  2012 - 2016 erläutert das BLV die aktuellsten Forschungsthemen. Schwerpunkte sind dabei stets die Behebung von Tierschutzproblemen bei bestehenden Haltungsformen und die Entwicklung neuer Konzepte für die Haltung von Nutz-, Heim-, Versuchs- und Wildtieren. In der Tierversuchsforschung hat die Unterstützung von Projekten aus Arbeitsgebieten, in denen 3R-Effekte (Vermindern, Verfeinern und Vermeiden von Tierversuchen) besonders wünschenswert sind, eine hohe Priorität.


Umsetzung in der Praxis nötig

Damit die Erkenntnisse aus Tierschutz-Forschungsprojekten nachhaltig wirken, braucht es eine Validierung in der Praxis. Denn die oft unter "Spezialbedingungen" erzielten Forschungsergebnisse manifestieren ihren wahren Wert erst dann, wenn sie auch in der alltäglichen Praxis umsetzbar sind. Datenerhebungen müssen somit auch erfolgen, wenn Tierhalter ein in der Forschung bewährtes System im alltäglichen Gebrauch nutzen. Das benötigt Zeit und kostet Geld, bringt aber auch Verbesserungen und ermöglicht nötige Anpassungen. Als Beispiel sei die Kaninchenforschung an der Universität Bern erwähnt, wo aus den Erkenntnissen das Gruppenhaltungskonzept entstand und dieses im Emmental von Kaninchenmästern unter Praxisbedingungen getestet werden konnte. Mit Unterstützung der Haldimann-Stiftung und in Zusammenarbeit mit Forschungsinstitutionen kann Kompanima auch Praxisprojekte finanzieren und dann die gewonnen Erkenntnisse in sein vielseitiges Aus- und Weiterbildungsprogramm einfliessen lassen. Tierschutzforschung ist schliesslich auch deshalb wichtig, weil sie ein wissenschaftlich abgesichertes Argumentarium liefert, um dem Tierschutz etwa bei Gesetzgebungsprozessen Nachachtung zu verschaffen.

Hier wird geforscht

Zentrum für tiergerechte Haltung: Wiederkäuer und       Schweine (ZTHT). Dieses Zentrum ist eine Aussenstelle des BLV und dort der Abteilung Tierschutz zugeordnet.

Zentrum für tiergerechte Haltung: Geflügel und Kaninchen. Das Zentrum ist eine Aussenstelle des BLV und der Abtei- lung Tierschutz zugeordnet.

Schweizerisches National-gestüt. Das Gestüt unterstützt landesweit eine artgerechte Pferdehaltung und führt Forschungsprojekte zu Pferdeverhalten und Tierwohl durch.

Veterinary Public Health & Tierschutz, Universität Bern. Der Lehrstuhl für Tierschutz an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern ist der erste seiner Art an einer eidgenössischen Universität.

Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung IGN. Die IGN fördert auf wissenschaftlicher Grundlage die tiergerechte Haltung, Zucht, Ernährung und Behandlung von Nutztieren.

FIBL Forschungsinstitut für   biologischen Landbau. Das FIBL führt auch tierschutz-  orientierte Forschungsprojekte durch.


Forschungspreis IGN

Die internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung vergibt alljährlich einen Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen, die der Weiterentwicklung der artgemässen und verhaltensgerechten Tierhaltung dienen. Hier sind die Preisträgerinnen 2016.